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Der Gemeindekirchenrat berichtet

 

Aktuelles zur Restaurierung der Johanniskirchen- 1. Bauabschnitt Sanierung des Kirchturmes 2013


Seit Tagen konnten die Schleusinger Bürger beobachten, wie am Turm der Johanniskirche ein Gerüst in die Höhe wächst.  Natürlich interessiert es die Menschen, was hier passiert. Denn die meisten erinnern sich daran, dass schon Anfang der 1990er Jahre der Turm eingerüstet war und eine Sanierung stattfand. Diese Sanierung bezog sich zum größten Teil auf die Erneuerung der Schiefereindeckung an der Turmhaube. Auch die Verfugung der Sandsteine wurde erneuert. Die Erneuerung der Verfugung war aber nicht langlebig und hat der Bausubstanz eher geschadet.

Bereits im Jahr 2008 fragte Herr Jäger von der Thüringer Landesentwicklungsgesellschaft beim Gemeindekirchenrat an, ob die Kirchengemeinde bereit sei, eine komplette Sanierung der Außenhülle der Johanniskirche in Angriff zu nehmen. Mit dieser Sanierung wäre der gesamte Bereich um das Schloß und die Johanniskirche in einen vorzeigbaren Zustand zu versetzen. Herr Jäger lockte mit einer großzügigen Förderung durch Städtebaufördermittel. Der Gemeindekirchenrat willigte ein, hatte aber vorerst besonders das kaputte Dach und die Erneuerung der Fenster im Blick. Das ließe sich mit maximal 700.000 Euro sicherlich umsezen. 


Eine erste Bestandsaufnahme des Planungsbüros Dr. Schmidt brachte jedoch ein anderes Bild zum Vorschein. Die damals angesetzte Summe belief sich auf 1.4 Mio EUR.
Da die Kirchengemeinde in jedem Fall die Eigenmittel aufbringen muss, erschien damit eine Realisierung unmöglich. Kleine Schritte wurden nun gefordert. Aber die LEG bestand darauf das in jedem Fall die gesamte Gebäudehülle der Kirche in Ordnung gebracht werden muss. So wurde auf kirchlicher Seite sondiert, welche Möglichkeiten es gibt, eine solch große Summe aufzubringen.

Die Landeskirche und der Kirchenkreis stellten Mittel in Aussicht, wenn bei den Arbeiten wirklich nur das aller notwendigste zur Erhaltung der Kirche umgesetzt und damit die Bausumme reduziert wird. Unter dieser Maßgabe wurden die Förderanträge gestellt und in einem vorgeschalteten nullten Bauabschnitt eine detaillierte Bestandsaufnahme an der Außenhülle vorgenommen.
Das Ergebnis dieser Untersuchung war erschreckend, da die Schäden an den Sandsteinen erheblich sind und allein die Steinsanierung am Turm mehrere hunderttausend Euro kosten würde. Aber auch zusätzliche Risiken wurden sichtbar.

So zeigte es sich, dass sich die Westgiebelseite nach außen wölbt und die Mauer zum Burggraben ebenfalls in einen schlechten Zustand ist.

Das ganze Bauvorhaben wurde in kleinere Bauabschnitte aufgeteilt. Es wurde verhandelt, zugesagte Fördermittel wurden auf das nächste Jahr verschoben und die Kirchengemeinde entschloss sich schweren Herzens einen größeren Kredit aufzunehmen.

Damit ließ sich nun der erste Bauabschnitt am Kirchturm finanzieren und in Angriff nehmen.

Nachdem Anfang Juli 2013 das Gerüst aufgestellt und vom TÜV abgenommen wurde, sollen im nächsten Arbeitsgang die Fugen von losem Material befreit werden. Danach wird das restliche bröckelige Material durch Sandstrahlen entfernt. Erst dann kann das genaue Ausmaß der Schäden beurteilt werden.

Im nächsten Arbeitsschritt werden ganze Teile ,der außen liegenden Sandsteine herausgemeißelt und durch so genannte Vierungen ersetzt. Auch die Sandsteinabdeckungen im Übergang vom achteckigen Turmaufsatz auf den viereckigen Sockel (Vouten) sollen nun mit einer Verblechung geschützt werden.
Die Arbeiten am Turm bringen eine erhebliche Staubbelastung mit sich. Staub ist Gift für die neue Orgel. So entschloss sich der Gemeindekirchenrat,
einen großen Teil der Fenster im Chorraum und im Kirchenschiff von innen mit Folie abdichten zu lassen.
Eine zusätzliche Herausforderung ist der extrem enge Zeitplan. Die Fachplaner konnten erst mit der detaillierten Planung beginnen, nach dem vom Thüringer Landesverwaltungsamt die Zusage für die Fördermittel erteilt wurde.

Planung, Erstellung der Ausschreibungsunterlagen und der Ausschreibungsprozess selbst dauern ihre Zeit. Damit die Städtebaufördermittel von Bund, Land und die Zuschüsse der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands und der Stadtverwaltung Schleusingen fließen können, müssen in diesem Jahr alle - für den ersten Bauabschnitt - geplanten Mittel verbaut werden.
Bei Frostwetter kann nicht mehr gearbeitet werden. So muss die gesamte Maßnahme  der Kirchturmsanierung in wenigen Monaten abgeschlossen sein. Geplant ist der 31.10.2013.

Und nebenbei muss bereits der nächste Bauabschnitt in den Blickwinkel genommen werden.
Der Kirchenkreis hat die Schleusinger Stadtkirche für die nächsten Jahre zum Investitionsschwerpunkt erklärt. Auch von der Landeskirche kommen positive Signale. Und die Stadtverwaltung Schleusingen hat sich in ihren Planungen zur Finanzierung ihres Anteils am Bauvorhaben bekannt So hoffen alle Beteiligten, dass in mehreren Jahren (vier bis sechs Bauabschnitte) die gesamte Johanniskirche rekonstruiert werden kann und damit eine sanierte, haltbare Außenhülle erhält. 

Reinhard Hotop, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates

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